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Kat. 5
4 min.
Veröffentlich am 30. Juni 2026

Ausgebrannt – wenn du dich selbst verlierst

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Eva-Maria Janutin

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Ausgebrannt – wenn du dich selbst verlierst

Warum Burnout oft nichts mit zu viel Arbeit zu tun hat, sondern damit, dass du gegen dich lebst.

 

Ich lese viele Fachartikel über Burnout. Theorien. Modelle. Erklärungen.
Und ja – vieles davon kenne ich. Aus meiner Arbeit und aus dem echten Leben.

Aber ich sage dir jetzt, wie ich es erlebe.

Ich hatte noch keinen einzigen Menschen mit Burnout, der für das, was er tut, wirklich brennt. Keinen.
Oder anders gesagt: Wer wirklich aus sich heraus brennt, brennt nicht so aus.

Ja. Lass das kurz wirken.

 

Hat dich schon einmal etwas erschöpft, das du von Herzen liebst?

Wenn du deine Hochzeit planst. Ein Fest organisierst. Ein Projekt, das dich begeistert.
Du arbeitest viel. Schläfst wenig. Hast vielleicht sogar noch Stress drum herum.

Und trotzdem: Du bist innerlich ruhig. Klar. Lebendig.
Warum? Weil es aus dir kommt. Nicht gegen dich.

Und genau hier beginnt der Unterschied.

Das Gegenteil ist Druck. Dauerhaft. Ohne Ventil. Ohne Ausgleich. Ohne echten Sinn für dich.
Dinge tun, weil du glaubst, sie tun zu müssen. Nicht, weil du sie willst.

Stell dir vor: Du wächst in einer Metzgerei auf. Dritte Generation. Grossvater. Vater. Und dann du. Alles ist klar. Seit Jahren.
Nur eines nicht: Du.
Du willst fotografieren. Schon immer. Menschen. Stoffe. Licht. Ausdruck.

Aber du stehst hinter dem Tresen. Zwischen Fleisch und Erwartungen.
Und irgendwann passiert etwas Leises. Du wirst stiller. Stummer. Du passt dich an.

Und genau da beginnt es: Nicht das Ausbrennen. Sondern das Verlassen deiner selbst.
Vielleicht beginnst du zu kompensieren. Ein Glas Wein mehr. Ein Rückzug mehr. Ein «passt schon» mehr.

Und du wartest. Auf diesen einen Moment. Diesen rettenden Engel, der sagt: «Du darfst anders.»
Aber dieser Moment kommt nicht.

 

Nur du kannst dein rettender Engel sein

Und das gilt nicht nur für solche Geschichten. Es gilt überall:

• in Beziehungen
• im Beruf
• in deiner Rolle als Frau, Mutter, Partnerin
• in Erwartungen, die nicht deine sind

Wenn du dauerhaft gegen dich lebst, wird dein System irgendwann reagieren. Und genau hier kommt das, was viele Burnout nennen.

 

Was Burnout wirklich ist

Burnout ist kein plötzlicher Zusammenbruch. Es ist ein Prozess. Ein schleichender.
Am Anfang steht oft: Hoher Einsatz, viel Verantwortung, viel Funktionieren.

Dann: Weniger Energie, weniger Freude, mehr Druck.

Und irgendwann: Erschöpfung, Rückzug, emotionale Leere, Reizbarkeit Überforderung durch Kleinigkeiten

Viele Menschen glauben: «Ich habe zu viel gearbeitet.»

Ich sehe oft etwas anderes:

 

Sie haben zu lange gegen sich selbst gearbeitet

Gegen ihre Werte. Gegen ihre Bedürfnisse. Gegen ihre Wahrheit.

Und das macht auf Dauer krank. Nicht Arbeit. Sondern Entfremdung.

 

Der leise Punkt, an dem es kippt

Es gibt diesen Moment. Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber entscheidend.
Du spürst: Ich kann nicht mehr. Nicht körperlich zuerst. Sondern innerlich.

Du bist schneller gereizt.
Schneller überfordert.

Menschen werden zu viel. Geräusche. Gespräche. Alltag. Du sehnst dich nach Ruhe. Und gleichzeitig wird es innen lauter.

 

Was du jetzt verstehen darfst

Deine Gedanken sind nicht nebensächlich. Sie sind ein Werkzeug. Ein starkes. Wenn du den ganzen Tag denkst:

«Ich will hier nicht sein.»
«Warum passiert das mir?»
«Ich halte das nicht mehr aus.»

Dann verstärkst du genau das. Und ja – das klingt einfach. Ist es auch. Aber einfach heisst nicht unwirksam. Du kannst lernen, deinen Fokus zu verändern. Nicht als Schönreden. Sondern als bewusste Entscheidung.

 

Drei klare Regeln für dich

• Handle nicht gegen dein Herz
• Handle nicht gegen deine Überzeugungen
• Handle nicht gegen deine Werte

Auch nicht, um zu gefallen. Auch nicht, um Erwartungen zu erfüllen. Denn genau dort beginnt der Verlust. Wenn du dich nicht mehr spürst, wenn du dich immer weiter von dir entfernst, dann wird dir alles zu viel.
Und das hat nichts mit Schwäche zu tun. Sondern mit Wahrheit.

 

Zurück zur Wurzel

In meiner Arbeit mit Hypnose und Hypnosetherapie in Cham geht es genau darum: Nicht nur erschöpft sein verstehen. Sondern erkennen, wo du dich verlassen hast.

Ich arbeite dafür gerne mit einem Bild: dem Feuer.

Ich lasse mir das aktuelle Feuer meiner Klient:innen schildern. Oft kommt: eine kleine Flamme. Kein Flackern. Kein Spiel. Sie brennt noch – aber kaum.

Dann frage ich: Was braucht dieses Feuer gerade?
Die Antworten überraschen mich jedes Mal. Rosmarin. Liebe. Einfach nur Hinschauen.
Und dann: Was verändert sich, wenn du das jetzt hinzugibst? Was würde es brauchen, um wieder grösser zu brennen?

Denn Burnout ist nicht einfach Erschöpfung. Es ist oft der Punkt, an dem dein System sagt: So nicht mehr.

Und das ist kein Ende. Das ist ein Anfang.

 

FÜR DICH. JETZT.

Stell dir dein eigenes Feuer vor. Gerade jetzt.
Wie brennt es? Klein? Ruhig? Kaum noch sichtbar?
Was würde es gerade brauchen?

Und dann, ganz konkret. Beobachte heute einmal ganz ehrlich:
– Wo in deinem Leben handelst du gegen dich?
– Wo sagst du ja – obwohl du nein fühlst?
– Wo bleibst du – obwohl du längst gehen möchtest?

Und dann mach einen kleinen Shift. Nicht perfekt. Nicht radikal. Aber bewusst.

Ich bin jemand, der sich ernst nimmt.
Ich bin jemand, der sich selbst nicht mehr verlässt.
Ich wähle, mich nicht länger gegen mein eigenes Gefühl zu stellen.

Vielleicht nur in einem Moment heute. Aber genau dort beginnt Veränderung.

 

Auszubrennen ist nicht dein Feind. Es ist ein Signal.

Und wenn du bereit bist, dieses Signal zu verstehen, kann daraus Bewegung entstehen.

Nicht sofort perfekt. Nicht auf Knopfdruck. Nicht mit Druck. Sondern Schritt für Schritt.

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, an die Wurzel zu gehen – ich bin da.

Herzlich
Eva-Maria

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