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Veröffentlicht 30. Juni 2026

Burnout erkennen – erste Anzeichen und wie du wieder zu dir findest

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Eva-Maria Janutin

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#3

Ausgebrannt – wenn du zu lange über dich gegangen bist

 

Warum nicht nur zu viel Arbeit erschöpft, son­dern auch das dauer­hafte Leben gegen dich selb­st.

Ich lese viele Fachar­tikel über Burnout. The­o­rien. Mod­elle. Erk­lärun­gen. Vieles davon ist wichtig.

Und trotz­dem sehe ich in mein­er Arbeit noch etwas anderes.

Ich erlebe immer wieder Men­schen, die nicht nur von der Menge ihrer Arbeit erschöpft sind. Son­dern davon, wie lange sie schon gegen sich selb­st leben. Gegen ihre Werte. Gegen ihre Bedürfnisse. Gegen etwas in ihnen, das längst Nein sagt.

 

Kann dich auch etwas erschöpfen, das du liebst?

Natür­lich. Auch etwas Schönes kann anstren­gend sein. Eine Hochzeit pla­nen. Ein Fest organ­isieren. Ein Pro­jekt stem­men, das dir wirk­lich am Herzen liegt.

Du arbeitest viel. Schläf­st vielle­icht zu wenig. Hast Stress. Und trotz­dem kann sich diese Erschöp­fung anders anfühlen. Du bist müde. Aber nicht leer. Du weisst, wofür du es tust. Das macht einen Unter­schied.

 

Zwischen Fleisch und Erwartungen

Stell dir vor: Du wächst in ein­er Met­zgerei auf. Dritte Gen­er­a­tion. Gross­vater. Vater. Und jet­zt du. Der Weg ist längst vor­bere­it­et. Nur für wen eigentlich?

Denn du möcht­est fotografieren. Men­schen. Stoffe. Licht. Aus­druck. Aber du stehst hin­ter dem Tre­sen. Zwis­chen Fleisch und Erwartun­gen. Und irgend­wann wird etwas in dir leis­er. Du passt dich an. Machst weit­er. Vielle­icht sog­ar sehr gut. Nach aussen stimmt alles.

Nur du immer weniger.

Vielle­icht kommt ein Glas Wein mehr. Ein Rück­zug mehr. Ein «passt schon» mehr. Und irgend­wo die Hoff­nung, dass endlich jemand kommt und sagt: «Du darf­st anders.» Nur kommt dieser Men­sch vielle­icht nicht.

 

Dein rettender Engel hat erstaunlich viel Ähnlichkeit mit dir

Vielle­icht ist es bei dir keine Met­zgerei. Vielle­icht ist es ein Beruf, den du nie wirk­lich gewählt hast. Eine Beziehung, in der du längst nicht mehr du selb­st bist. Eine Rolle, die du her­vor­ra­gend erfüllst – und die trotz­dem nicht mehr zu dir passt.

Oder eine Erwartung, die längst zu eng gewor­den ist. Irgend­wann reicht es nicht mehr, darauf zu warten, dass jemand anderes dein Leben verän­dert. Dann kommt diese eine Frage: Will ich das eigentlich noch?

Nicht: Darf ich?
Nicht: Was wer­den die anderen sagen?
Son­dern: Will ich?

 

Ein anderer Blick auf Burnout

Burnout kommt sel­ten über Nacht. Es schle­icht sich ein.

Erst gib­st du viel. Dann noch etwas mehr. Du funk­tion­ierst. Übern­immst Ver­ant­wor­tung. Hältst durch. Bis Dinge, die früher selb­stver­ständlich waren, plöt­zlich unglaublich viel Kraft kosten.

Du wirst schneller gereizt. Schneller über­fordert. Men­schen wer­den zu viel. Geräusche. Gespräche. Kleinigkeit­en. Du sehnst dich nach Ruhe. Und gle­ichzeit­ig wird es innen immer lauter.

Viele Men­schen sagen irgend­wann: «Ich habe ein­fach zu viel gear­beit­et.» Vielle­icht.

Ich schaue noch auf etwas anderes. Wo bist du dabei selb­st geblieben?

 

Wo gehst du gegen dich?

Ich erlebe immer wieder, dass Arbeit auch deshalb zer­mürbt, weil jemand sich darin ständig selb­st überge­ht. Weil du Ja sagst und Nein meinst. Weil du Werte ver­trittst, die nicht deine sind. Weil du täglich etwas tust, bei dem sich inner­lich längst alles zusam­men­zieht. Weil du bleib­st, obwohl du schon lange weisst, dass du gehen möcht­est.

Ich sehe Burnout deshalb nicht nur als Frage von Arbeits­menge. Mich inter­essiert auch: Wie lange leb­st du schon gegen dich selb­st? Das ist mein Blick darauf. Und ich finde, diese Frage darf unbe­quem sein.

 

Deine Gedanken sind nicht unschuldig

Wenn du den ganzen Tag denkst: «Ich will hier nicht sein.» «Warum passiert das mir?» «Ich halte das nicht mehr aus.» Dann verän­dert das nicht automa­tisch deine Sit­u­a­tion.  Aber es macht etwas mit dir. Darum mag ich eine ein­fache Frage: Was ist wahr – und was mache ich daraus?

Nicht schönre­den. Nicht pos­i­tiv denken, bis die Wand rosa wird. Hin­schauen. Und dann entschei­den.

 

Drei Dinge, bei denen ich hellhörig werde

Wenn du dauer­haft gegen dein Herz han­delst. Gegen deine Überzeu­gun­gen. Gegen deine Werte. Nicht ein­mal. Nicht für eine schwierige Woche. Son­dern immer wieder.

Dann würde ich hin­schauen. Denn irgend­wann geht es nicht mehr nur darum, was du leis­test. Son­dern darum, wie viel von dir dabei noch übrig bleibt.

 

FÜR DICH. JETZT.

Stell dir dein eigenes Feuer vor. Ger­ade jet­zt. Wie bren­nt es? Gross? Klein? Ruhig? Kaum noch sicht­bar?

Und dann frag dich: Was braucht dieses Feuer?

Denk nicht lange nach. Nimm das Erste, was kommt. Vielle­icht Ruhe. Vielle­icht Mut. Vielle­icht Wertschätzung. Vielle­icht Liebe. Vielle­icht Ros­marin. Vielle­icht Eis. Ja, Eis. Es muss für mich keinen Sinn ergeben. Es muss für dich stim­men.

Und dann noch eine Frage: Wo han­delst du ger­ade gegen dich?
Wo sagst du Ja – obwohl du Nein fühlst?
Wo bleib­st du – obwohl du längst gehen möcht­est?
Wo passt du dich an, obwohl du dich dabei ver­lässt?

Such dir eine Stelle aus. Nicht fünf. Eine.

Und mach heute dort etwas Kleines anders.

 

Auszubren­nen ist nicht dein Feind. Es ist ein Sig­nal. Und wenn du bere­it bist, dieses Sig­nal zu ver­ste­hen, kann daraus Bewe­gung entste­hen. Nicht sofort per­fekt. Nicht auf Knopf­druck. Nicht mit Druck. Son­dern Schritt für Schritt.

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, an die Wurzel zu gehen – ich bin da.

Her­zlich,

Eva-Maria

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