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Kat. 2
5 min.
Veröffentlich am 30. Juli 2026

Wie du mit dir – mit anderen und über andere sprichst

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Eva-Maria Janutin

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Wie du mit dir – mit anderen und über andere sprichst

Du hörst eine Frage. Aber du antwortest auf das, was sie in dir auslöst.

 

Du kannst alles über Kommunikation wissen. Und trotzdem passiert es. Du sagst etwas – und merkst im selben Moment: So wollte ich das nicht sagen. Oder du reagierst – schneller, härter, anders als du wolltest. Und dann stehst du da und denkst: Warum?

10 zu 90

Zehn Prozent sind bewusst.
Neunzig Prozent unbewusst.
In Wirklichkeit sind es eher 93 zu 7. Aber ich mag die geraden Zahlen lieber. Das sind keine Spielereien. Das bedeutet ganz konkret:

Über 90 % von dir reagieren, bevor du überhaupt nachdenken kannst.

Du kennst das. Eine scheinbar harmlose Frage. Und plötzlich reagierst du anders als gedacht. Der Moment, in dem du dich zurückziehst. In die Toilette gehst. Kaltes Wasser über deine Hände laufen lässt. In den Spiegel schaust und denkst: Was war das gerade?

Die Antwort ist einfach: Dein Unbewusstes hat geantwortet. Schneller als du es kontrollieren konntest.

Wenn dich jemand nach deiner Telefonnummer fragt, deinem Geburtsdatum, dem Namen deiner Kinder – oder du etwas Neues lernst, ein Buch liest – dann bewegst du dich in den 10 %. Bewusst. Klar. Abrufbar.

Was bedeutet das, wenn dir jemand eine Frage stellt?

Was denkst du – dass du antwortest, genauso wie du gefragt wurdest? Wie ein Ticket, das Hin- und Rückfahrt gleich vorgibt?

In Wirklichkeit passiert etwas anderes.

Die Frage kommt bei dir an – und bevor du bewusst antwortest, geht sie durch dein Unbewusstes. Dort entsteht die Antwort.

Du antwortest nicht auf die Frage.
Du antwortest unbewusst auf das, was sie in dir auslöst, was dich geprägt hat.

Das erklärt, warum Menschen so unterschiedlich reagieren.

Wenn du als Kind erlebt hast, dass dein Vater zu viel getrunken hat, dass er laut war, unberechenbar, dass Situationen gekippt sind – dann reagiert dein System heute anders.
Auch wenn es «nur» um ein neues Auto geht. Oder eine Wohnung. Oder Vertrauen.

Und gleichzeitig gibt es Situationen, die du nicht verstehst. Zum Beispiel: Jemand bekommt eine zweite Chance, nach einem Rückfall. Nach einer Entziehung. Und du denkst: Warum?

Weil dein System etwas anderes gespeichert hat. Das Unbewusste vergisst nicht. Es speichert Bilder. Gefühle. Erlebnisse. Von Anfang an.

Was es mit dem 10:90 wirklich auf sich hat.

Die 10 % sind:
bewusste Entscheidungen, Lernen, neue Erfahrungen, das Hier und Jetzt.

Die 90 % sind:
Erlerntes, Routinen, Überzeugungen, Glaubenssätze, Werte, Denkmuster, Programme, Blockaden.

Deshalb ist es nie falsch, sich um das Unbewusste zu kümmern. Denn genau dort entsteht, was du später «Kommunikation» nennst.

Wenn ich meinen Weg anschaue und den vieler meiner Klientinnen, dann gibt es einen entscheidenden Punkt: Sprache. Und dafür habe ich MEIN WORT. Ohne Drama. Ohne grosses Aufbauen. Einfach klar.

ERHEBEND.

Wie du mit anderen sprichst

Du sprichst nie nur mit jemandem. Es «spricht» auch immer aus dir heraus. Aus deiner Ruhe. Oder aus deiner Anspannung. Aus deinem Gefühl von «ich bin bei mir», oder aus deinem alten Muster, dich anzupassen.

Und genau das spürt dein Gegenüber. Nicht deine Worte zuerst. Sondern deine Haltung.

Du kannst «alles gut» sagen – und es fühlt sich eng an. Oder du sagst wenig – und es fühlt sich klar an.

Kommunikation ist das, was du sagst, denkst und auch was du mitbringst.

Wie du über andere sprichst

Und dann gibt es noch die Momente, in denen du gar nicht direkt mit jemandem sprichst. Sondern über ihn. Im Gespräch. Nebenbei. Ganz selbstverständlich.

Und auch dort zeigt sich alles. Sprichst du erhebend? Oder abwertend? Machst du jemanden kleiner, um dich selbst sicherer zu fühlen? Oder bleibst du bei dir, auch wenn der andere nicht da ist?

Das ist kein moralisches Thema. Es ist ein klares. Denn jedes Wort über andere geht zuerst durch dich. Und wirkt dort.

 

FÜR DICH. JETZT.

Achte heute auf deine Sprache. Nicht nur auf das, was du sagst. Sondern wie.

Mit dir. Mit anderen. Über andere.

Frag dich in einem Moment ganz bewusst: Ist es erhebend? Oder drückt es?

Du hast die Wahl. Immer. Nicht später. Jetzt.

 

Wie sprichst du mit dir?

Hand aufs Herz: Wie oft verurteilst du dich am Tag? Sätze wie: Klar, dass mir das passiert. Was bin ich für ein Idiot. Bin ich blöd, oder was? Ich verdiene das nicht. Ich bin nicht gut genug. Ich bin immer Nummer zwei. Ich hasse mich.

Wenn du etwas verändern willst, beginnt es genau hier. Werde dir bewusst, wie oft du so mit dir sprichst. Du wirst überrascht sein.

Der erste Schritt ist immer derselbe: Erkennen, was ist. Und dann: bewusst anders wählen.

Nicht schönreden. Nicht verdrängen. Sondern erhebend denken.

Zum Beispiel: Ich mag mich, so wie ich bin – und entwickle mich weiter. Ich darf sichtbar sein. Ich darf alles und mute mir auch alles zu. Ich bin bereit für meinen Platz und ich bin gut auf meinem Platz. Ich akzeptiere mich. Ich verdiene es, gesehen zu werden.

Mein persönlicher Favorit davon ist der einfachste: Ich akzeptiere mich selbst.

Ich sage meinen Klientinnen jeweils mit einem Augenzwinkern: Du wirst diesen Satz mehr als 200 Mal am Tag brauchen. Das glaubt mir nie jemand. Aber laut den Rückmeldungen sind es oft eher 300 Mal und mehr.

Ein einziger, immer gleicher Satz, innerlich gesprochen, statt der ewigen Selbstverurteilungen. Klingt fast zu einfach, um zu wirken. Aber genau solche kleinen Sätze können Berge versetzen – zumindest kleine. Und du wirst merken: Man begegnet dir irgendwann anders.

Erhebend

Du musst es nicht verstehen. Du musst es fühlen. Dieses Wort ist mehr als ein Begriff. Es ist ein Schlüssel. Für dein Denken. Für dein Sprechen. Für deinen Umgang mit dir und mit anderen.

Vielleicht ist es kein Schlüssel. Nein. Wahrlich nicht. Es ein Türöffner.

Eins noch

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

– Charles Reade zugeschrieben –

Zurück zur Wurzel

In meiner Arbeit mit Hypnose und ursachenorientierter Hypnosetherapie in Cham schauen wir genau dahin: zu den 90 %, die du selbst nicht sofort sehen kannst. Nicht, um sie zu bewerten. Sondern um zu verstehen, warum du reagierst, wie du reagierst – und wo du heute wirklich neu wählen darfst.

Wenn du merkst, dass deine Reaktionen nicht zufällig entstehen, und du verstehen willst, was wirklich in dir spricht – ich bin da.

Herzlich
Eva-Maria

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